blogage.de > yvo > Kunterbuntes
  Anmelden | Login
Schon klar, nicht jeder mag Spinnen. Aber eines haben wir doch mit ihnen gemeinsam, wir sind gern und ausgiebig im Netz. Und weil es sich im Netz so schön kommuniziert, will ich nach zwei Homepages und etlichen Online-Galerien nun auch das Bloggen angehen. Ach so, und Kunterbuntes heißt die Seite, weil man hier einfach über alle möglichen Themen reden soll.
Wer übrigens meine Bilder ansehen möchte oder ein Bücherwurm ist, vielleicht auch hoffnungsvoll junge Autorentalenten kennen lernen möchte, der kann ja noch meine Autorenseite www.klick-lies.de und die Bilderseite www.digital-paints.de besuchen.
Wie man da schon sieht, ich schreibe und zeichne für mein Leben gern. Das heißt, ich mache es nicht nur einfach gern, sondern es hilft mir auch, mit mir selbst und der Welt um mich klarzukommen. Das ist nämlich manchmal gar nicht so einfach, wenn man nicht so gestrickt ist, mit halb geschlossenen Augen an Mensch und Umwelt vorbeizugehen. Wenn ich schreibe oder ein Bild male, dann hab ich immer das Gefühl, richtig durchatmen zu können.
Aber ich will hier am Anfang gar nicht gleich mit großen Selbstdarstellungen langweilen. Viel schöner wär es, wenn der eine oder andere, der sich hier im Netz verfängt, auch was drin hängen lässt.

Liebe Blogschreiber bei Blogage,

lange habe ich nichts von mir hören lassen. Das ist auf sehr viel Arbeit und viele aufregende persönliche Ereignisse zurückzuführen. Jetzt drängt es mich, mich an euch zu wenden.

In der jüngsten Vergangenheit haben wir von vielen grauenhaften Naturkatastrophen gehört, gesehen und gelesen. Meist waren gerade die ärmeren Staaten der Welt betroffen, die weder über die Möglichkeiten erdbebensicheren Bauens noch ausreichende Schnellhilfen verfügen. Hier haben Menschen aus aller Welt und auch aus unserem Land immer große finanzielle Spendenhilfen und Organisationen Vorort-Hilfen geleistet.

Jetzt ist mit der größten, denkbaren Naturkatastrophe und einer Katastrophe atomarer Anlagen, Japan betroffen. Ein Land von höchstem industriellem und gesellschaftlichen Fortschritt. Ein Land, in dem schon die Kleinkinder das Verhalten bei Erdbeben lernen. Ein Land, das führend ist beim erdbebensicheren Bauen. Ein Land, dessen technische Sicherheitsstandarts bei Atomanlagen den unseren gleich sind.

Die Ausmaße der drei aufeinander folgenden Katastrophen sind ein unvorstellbares Horror-Szenario. Hier sind Technik, Wissenschaft, Zivilisation und Fortschritt hilflos. Dass auf das schwere Erdbeben und den vernichtenden Tsunami nun noch der atomare Gau folgt, ist jenseits unserer Vorstellung von realem Horror.

Wir können nicht vor Ort helfen. Aber wir können den schwer geprüften Menschen, die in Tokio und im Umfeld der Reaktoren Internet empfangen unsere persönliche Solidarität und unser Mitleiden aussprechen.

Facebook ist das weltweite Forum, um welches das am besten zu bewerkstelligen ist.

Ruft japanische User auf. Die meisten Japaner haben auch englisch gelernt. Schreibt ihnen Einträge, die unser aller Mitempfinden bekunden. Bittet sie, diese Nachrichten an Menschen der Umgebung weiterzugeben. Gemeinschaft macht stark. Zu wissen, dass auch ganz einfache Privatpersonen hier im fernen Deutschland innigen Anteil nehmen, zeigt, dass wir uns mit den leidgeprüften Menschen verbunden fühlen. Zuspruch gibt Kraft und Trost in der Finsternis der schrecklichen Ereignisse.

Nutzt alle Communitys, Facebook, Twitter, you tube usw. Legt nicht die Hände in den Schoß. Zeigt eure Verbundenheit mit einer Flut von Zuschriften.

 

Stellt euch vor, ihr zieht euch aus und wundert euch dann, dass ihr nackt seid. Idiotisch? Klar. Aber genau so verfahren wir alle mit dem Medium Internet. Wissen, sehen, lesen, hören - wir klicken uns nur so durch die allwissenden Landschaft der großen Suchmaschinen. Nicht nur das. Da werden mit kindlichem Urvertrauen die allerintimsten Persönlichkeitsseiten auf Facebook, you tube, blogs usw. ausgebreitet.

Natürlich gibt es Datenmissbrauch, der verfolgt gehört. Natürlich ist es hundsgemein, wenn der Chef nachliest, wie wir uns über unseren Arbeitsplatz ausbreiten, unsere Nebenjobs nachvollziehen kann und im Intimleben schnüffelt. Ebenso ekelhaft, wenn Banken Sozialraster erstellen, die Personen per Wohnortscan und anderer Datenraster in den hohen Zins schieben, weil sie angeblich nicht die nötige Bonität haben können.

Ebenso wenig wünsche ich mir, dass mir google ins Schlafzimmer guckt, meinen Balkonwildwuchs der Weltgemeinschaft präsentiert und mich womöglich im Hemd am Fenster filmt. Das alles wollte ich nun wirklich nicht per www. sichtbar machen.

Andererseits sind wir wenig pingelig, wenn wir selbst nach Infos suchen. Da schnappen wir ab, was nur geht und freuen uns über googles Datenbanken und Schnüffelnasen.

Es wird nicht möglich sein, die elektronische Welt unter Kontrolle zu bekommen, nachzuvollziehen, welche Interessen, welches Kaufverhalten, welches Weltbild man uns dank unserer Klicks verpasst. Mit jeder Suche, jeder Mail, jedem Video hinterlassen wir Spuren, machen uns mit der Zeit selbst gläsern.

Wir können das Glas ein wenig milchiger machen, indem wir nicht zu eindeutige Spuren hinterlassen. Wenn die schon gern Klicks, Daten und Surfgewohnheiten beschauen wollen, na bitte. Sollen sie haben. Nicht nur immer anklicken - und oft sind das regemäßig gleiche Seiten - was man haben will. Ruhig immer häufiger wild im Netz rumklicken, Spuren hinterlassen, die mit dem Eigenverhalten nichts zu tun haben. Wer sich ab und zu im Kurzrythmus von der Babyseite zur Geriatrie, vom Venenleiden zum Finanzmarkt, der Uniseite zum Schülerforum usw. klickt, hinterlässt Spuren, die kaum sytematisch einzuordnen sind. Noch spaßiger wird die Sache beim Ab- und Anaufruf von Seiten fremder Sprachen Ruhig mal nach China surfen, nach Russland und an den Nordpol, und zwar in der Originalsprache und nicht etwas per Tourisuche. Das eigene Surfverhalten, die wirklichen Suchinteressen lassen sich in einem Spurenwust ein wenig verstecken.

Und bitte, ich muss mich auch nicht über Kenntnisse meiner Intimshäre beschweren, wenn ich diese überall zur Schau stelle und lang und breit darüber schwafele, möglichst noch mit Film und Foto. Kann gut sein, der Chef, die Bank, der Verein guckt mit.

Es soll kein Freibrief für die Daten- und Spurenschnüffler sein, den ich hier ausbreite. Nein, bewahre. Aber wir selbst dürfen ruhig etwas vorsichtiger sein, und so schlau wie die können wir auch allemale sein. Die große Usergemeinde kann gewiss ganz viele ideenreiche Maskeraden ausdenken, um Spuren und Datenwust zu maskieren.

Hallo, ihr alle, lang hab ich nichts von mir hören - ach nein, lesen - lassen. Doch noch immer ist es so, dass der Tag auch 2010 nur 24 Stunden hat. Da wurde es oft knapp mit der Zeit zwischen Arbeit, Buch und vielen anderen Dingen.

Nun ist es aber so weit, denn mein Buch Nr.6 ist verlegt. Eine Leseprobe findet ihr auf meiner HP www.klick-lies.de.

Dieses Buch beschäftigt sich mit einem Thema, das von vielen Menschen noch tabuisiert wird: Liebe jenseits des Rentenbeginns. Am Beispiel einer einfühlsamen Liebesgeschichte zweier verwitweter Menschen möchte ich aufzeigen, dass Lieber keine Altersgrenzen oder anderen Beschränkungen kennt. Die Geschichte der beiden Hauptpersonen spielt sich vor dem Hintergrund einer turbulenten Familiengeschichte und ihrer eigenen, immer wieder eingeblendeten, Erinnerungen ab. So wird auch noch ein Blick auf die Geschichte ihres Lebens geworfen.

Schaut mal rein. Das ist nicht nur ein Buch für die Oma.

 

Das haben wir Berliner lange nicht gesehen. Gut 20 cm Schnee. Über Tage hörte der Schneefall nicht auf. Für Schneeliebhaber wie mich, Wetterverhältnisse, um die man sonst die Bayern beneidete. Zwar flucht so mancher Autofahrer nicht zu knapp. Aber ist es wirklich so schlimm, ruhig mal die Benzinkutsche vor der Haustür oder in der Garage zu lassen und sich mit Bus oder Bahn fahren zu lassen? Viele meiner Freunde tun dies und genießen dennoch einen Winter, der seinen Namen verdient.

Gewiss, in Innenstädten ist Schneepracht nicht ganz so toll. Da matscht es schnell durch viel Verkehr und zahlreiche Fußgänger, und mit dem Streugut schleppt man sich allerlei Dreck ins Haus. Zu meinem Glück wohne ich außerhalb der Innenstadt. Doch immerhin ist Berlin eine Stadt mit vielen Parks und anderen Erholungsflächen, wo sich Schnee genießen lässt. Es gibt Wälder und herrliche Rodelbahnen.

Auf jeden Fall ist der Schnee dieses Winters eine Garantie für viel Kindervergnügen mit Schlitten und Schneeballschlachten. Wenn schon Winter, denke ich, dann so, nämlich richtig und weiß.

 

Da ist nun wieder einmal ein Jahr zu Ende. Ach, und sogar ein neues Jahrzehnt macht sich auf den Weg. Krise oder nicht, da muss natürlich wieder geknallt werden was das Zeug hält. Ob es nun die Raketen oder die Sektkorken sind, recht ist alles was knallt.

Alle Jahre wieder eine Nacht voller Sektseligkeit - oder darf es einmal im Jahr gar Champagner sein? - Geselligkeit und Übermut. Einmal alles über Bord werfen, was uns bedrückt. Die Wirtschaftskrise, die Finanzkrise, vielleicht noch die Familienkrise der Weihnachtsfeiertage mit ihrer Verwandtschaftsüberfrachtung und so vieles mehr.

Und die müssen natürlich auch sein: die guten Vorsätze. Nicht mehr rauchen, sparen, freundlicher sein, täglich einmal den Chef angrinsen, der Frau ab und zu eine Blume mitbringen ... Die Zahl der in dieser feuchtfröhlichen Nacht gefassten Vorsätze ist unendlich.

Und dann? Dann kommt das Erwachen an einem Neujahrsmorgen oder oft erst einem Neujahrsvormittag oder erst mittags. Da sitzt er groß, dick und fresch grinsend auf unserem Kopf: Der Neujahrskater. Auf den Augenblick hat er gewartet. Das ist sein Tag, seine Stunde, jetzt hat er das Sagen.

Was haben wir uns da gestern vorgenommen? Nicht mehr rauchen? So'n Mist kann man sich bloß vornehmen mit zwei Flaschen Sekt intus. Blumen für die Frau. Na, aber nicht schon heute. Die soll mal lieber mit einem starken Kaffee und Katerfrühstück anrücken. Der arme Kater hat schließlich Hunger und Durst. Den Chef sehen wir zum Glück erst nächste Woche. Mal sehen, wie das dann mit dem Grinsen wird. Soll der doch zuerst grinsen. Und all die anderen Sachen? Vielleicht. So nach und nach. Im Frühling vielleicht. Nicht heute, nicht gleich morgen. Will alles überlegt sein.

Der Neujahrsspaziergang bringt es dann an den Tag: Die ganze Himmelsstürmerei der letzten Nacht, die bunten Blitzbälle, die Feuerregen, die leuchtende Pracht, alles ist wieder zur Erde zurückgekommen. Angebrannt, leise stinkend und müllig liegen die Überbleibsel auf Straßen und Plätzen. Sieht eigentlich auch alles sehr verkatert aus.

Nichts für ungut. Ich bin nun mal manchmal etwas sarkastisch.

Aber ich wünsche euch allen ein schönes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr

Yvonne

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

ich wünsche euch allen ein schönes, gesundes und besinnliches Weihnachtsfest und erholsame Feiertage. Allen Schülern natürlich auch erlebnisreiche Ferien.

Yvonne

 

Liebe Leserinnen und Leser,

weil ich kürzlich, und gerade zu dem Thema Robert Enke, einen Kommentar erhielt, der nur als Test gedacht war, möchte ich doch darum bitten, Kommentare nur sinnbezogen zum Thema zu schicken. Sie können kritisch und so sein, aber doch bitte doch keine Testfragen, die auch noch keinen Sinn machen zu Themen, die zu nahe gehend sind um dafür herzuhalten.

Manchmal muss wohl einer mit großem Namen etwas Gravierentes tun, um Tausenden von Namenlosen eine Stimme zu geben. Robert Enke hat es getan.

Sein Tod hat aufgerüttelt, hat eine Krankheit zum Volksgespräch gemacht, über die bisher lieber geschwiegen wurde. Und es sind nicht nur Fußballer und andere angeblich harte Sprotprofis, die versuchen, dieses Leiden zu verstecken. Es ist ebenbso die Sektretärin, die Putzfrau, der Müllmann und der nette Postbote, der uns jeden Morgen anlächelt.

Schwere Depression - und das ist nur ein Gesicht ähnlicher psychischer Krankheiten mit sehr schlimmen Erscheinungsbildern - geht noch immer einher mit der Vorstellung von "das Leben nicht meistern", "sich nicht den Problemen stellen", "unfähig sein", "Hysterie", "Überempfindlichkeit" und Schwächen aller Art.

Ich darf darüber reden. Ich bin bipolar, als manisch-depressiv seit Kindheitstagen, und seit Jahren gehe ich offen mit der Krankheit um. Das heißt, wo nötig, rede ich darüber. Ja, ich kann mittlerweile sogar darüber lachen. Der eine hat es am Bein und ich halt am Kopf. Aber es hat Jahrzehnte gebraucht, um dahin zu kommen, dies so kundzutun.

Robert Enke hat sich nicht heimlich aus dem Leben geschlichen. Er hat seinen letzten Gang vorbereitet, er hat zuvor noch ein gutes Spiel geliefert und hat sich im letzten Brief erklärt. Er sah aus dem Dilemma und dem Zwiespalt zwischen Anforderungen an ihn und seiner eigener Möglichkeiten dem gerecht zu werden keinen anderen Weg. Er inzenierte noch ein Versteckspiel, damit niemand Verdacht schöpft, das heißt: Es war wirklich seine endliche Entscheidung. Die sollte dann auch für ihn persönlich respektieren. Ich tue das.

Aber eigentlich ist er durch seinen Weggang erst richtig da. Denn nun fragt sich ein jeder: Wie konnte man es nicht sehen? Ist es so schlimm, zu sagen, wie es einem geht?

Lernen wir auch hier hinzuschauen. Lernen wir zu sagen, wenn unsere Seele schmerzt, wie wir sagen, wenn wir einen Muskelriss in der Wade haben. Depression ist eine Krankheit, wie viele Krankheiten noch nicht restlos erforscht, aber sie ist weder Schwäche noch Irrsinn.

Robert, du warst ein toller Spieler. Und du hast uns alle zum Nachdenken gebracht, wenngleich du mit dem Leben dafür bezahlt hast.

Sie holt uns ein. Na, ich denke, nun machen sogar wir es mal doch: Wir lassen uns impfen. Wenn nicht für uns, dann vielleicht doch, um nicht Schwächere zu gefährden: Alte Familienangehöre, unsere kleinen Kinder und kranke Freunde.

 

Seiten:«Vorherige1, 2, 3, 4 Nächste»